{"id":1481,"date":"2019-11-07T13:48:51","date_gmt":"2019-11-07T12:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/?p=1481"},"modified":"2021-01-14T09:08:17","modified_gmt":"2021-01-14T08:08:17","slug":"zeit-zum-umdenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/de\/zeit-zum-umdenken\/","title":{"rendered":"Zeit zum Umdenken? Mit bio-basierten Werkstoffen f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft sorgen."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp\/wp-content\/uploads\/TUe-campus-during-GLOW-festival-\u00a9-Tom-Veeger-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"auto\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1558\" \/><br \/>\n\u00a9Tom Veeger<\/p>\n<p>In keinem anderen Bereich werden so viele Rohstoffe verbraucht, wie in der Bauindustrie. Rund 40-50% Prozent des weltweiten Ressourcenkonsums fallen in diesem Sektor an. Eine erschreckende Zahl, vor allen Dingen wenn man an das <a href=\"https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Artikel\/Industrie\/klimaschutz-abkommen-von-paris.html\"> Pariser Klimaabkommen<\/a> denkt! Dort wurde das Ziel definiert, bis zum Jahre 2030 insgesamt 30% weniger Energie zu verbrauchen. <\/p>\n<p>Die niederl\u00e4ndische Regierung hat darum das Programm <a href=\"https:\/\/www.rijksoverheid.nl\/onderwerpen\/circulaire-economie\/documenten\/rapporten\/2016\/09\/14\/bijlage-1-nederland-circulair-in-2050\">\u201aNederland Circulair in 2050\u2018<\/a> aufgesetzt. Ziel dieses Programms: 50% weniger prim\u00e4re Rohstoffe bis 2030 zu verbrauchen und bis 2050 eine vollst\u00e4ndige <a href=\"https:\/\/www.bmu.de\/themen\/wasser-abfall-boden\/abfallwirtschaft\/abfallpolitik\/\">Kreislaufwirtschaft<\/a> zu erreichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist der Fall klar: Wenn sich der CO2-Fu\u00dfabdruck der Bauindustrie k\u00fcnftig deutlich verringern soll, werden Bio-basierte Werkstoffe  eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle als Alternativen zu herk\u00f6mmlichen Materialien spielen. <\/p>\n<p>Viele Architekten und Ingenieure bewegt dies zum Umdenken. Auch forschen wir an der <a href=\"https:\/\/www.tue.nl\/en\/\">Eindhoven University of Technology<\/a> schon seit geraumer Zeit zu diesem Thema. Zusammen mit Rijk Blok, Barbara Kuit und Torsten Schr\u00f6der (ebenfalls Lehrende an der Eindhoven University of Technology) haben wir vom 4. bis 6. September 2019 beim New Yorker Kongress der International Association for Bridge and Structural Engineering <a href=\"http:\/\/www.iabse.org\/IABSE\/Events\/Newyork2019\/IABSE\/events\/Conferences_files\/Newyork2019\/Home.aspx?hkey=22da1f28-f457-45d4-8f13-583685cd7b6a\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">New York IABSE 2019<\/a> unsere Ergebnisse zur Materialforschung pr\u00e4sentiert: So gibt es eine Vielzahl Bio-basierter Materialien wie Bambus, Hanf, Flachsfasern aber auch Mycelium und Lignin-basierte Fasern. Sehr spannend ist zum Beispiel Mycelium, w\u00e4chst in Pilzen heran und kann als Grundstoff f\u00fcr einen Verbundwerkstoff mit Hanffasern fungieren. <\/p>\n<p>Zwei realisierte Projekte aus Bio-basierten Materialien m\u00f6chte ich hier kurz vorstellen:<\/p>\n<p>1. Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke auf dem Campus der Eindhoven University of Technology (Fertigstellung 2016)  <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Verwendung von Glas- oder Karbonfasern hinl\u00e4nglich bekannt ist, so stellt die Verwendung nat\u00fcrlicher Fasern eine Neuerung dar. Aus der Kombination nat\u00fcrlicher Harze und Fasern erh\u00e4lt man ein hochstabiles Material, das \u00e4hnlich belastbar ist wie konventionelle Materialien. Hierbei wird meist eine Kombination aus Epoxid- und Bio-basiertem Harz verwendet. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp\/wp-content\/uploads\/Gridge.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"auto\" class=\"alignnone size-full wp-image-1559\" \/><br \/>\n\u00a9Rijk Blok<\/p>\n<p>So geschehen in Eindhoven. Ein Team der technischen Universit\u00e4t Eindhoven entwarf zusammen mit der <a href=\"https:\/\/www.tudelft.nl\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Technischen Universit\u00e4t Delft<\/a>, dem <a href=\"https:\/\/www.coebbe.nl\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Centre of Expertice Biobased Economy<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.npsp.nl\/\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">NPSP<\/a> hier eine Bio-basierte Br\u00fccke, die 2016 realisiert wurde. Sie  besteht aus 100% nat\u00fcrlichen Fasern und aus 56% nat\u00fcrlichen Harzen. <\/p>\n<p>2. Canopy Design Projekt in Emmen\/Holland (Fertigstellung 2019)<\/p>\n<p>F\u00fcr den ehemaligen Zoo in Emmen haben Studenten der Eindhoven University of Technology einen Pavillon entworfen. Ziel war es, herauszufinden, ob und wie mit Bio-basiertem Material innovative  Architekturkonzepte entstehen k\u00f6nnen. Aus den unterschiedlichen Entw\u00fcrfen wurde der sogenannte \u201aFlight oft the birds pavillion\u2018 ausgew\u00e4hlt und realisiert. Meiner Meinung nach wird hier das Potential Bio-basierten Materials und seiner selbsttragenden Struktur besonders offensichtlich. Die Paneele aus Hanffasern und Polyethylen lie\u00dfen sich ohne Schrauben, N\u00e4gel oder andere Fixierungen miteinander verflechten. Um den Konstruktionsprozess so einfach wie m\u00f6glich zu gestalten, wurden identische, geometrische Module hergestellt. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"auto\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1700\" srcset=\"https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.patrick-teuffel.eu\/wp-content\/uploads\/Canopi-Design-Projekt-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Fazit:<br \/>\nDie beiden, sehr unterschiedlichen Projekte zeigen das Potential alternativer Baumaterialien sehr deutlich. Erstrebenswert w\u00e4re es aus meiner Sicht, die gewonnenen Erkenntnisse so rasch wie m\u00f6glich an die Industrie heranzutragen, damit k\u00fcnftig noch weitere Projekte zum Thema Bio-basierte Baumaterialien gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Seit Anfang 2020 l\u00e4uft zum Beispiel an der Technischen Hochschule Eindhoven das von der EU gef\u00f6rderte <a href=\"https:\/\/www.nweurope.eu\/projects\/project-search\/smart-circular-bridge-scb-for-pedestrians-and-cyclists-in-a-circular-built-environment\/\">Interreg North-West Europe Project &#8222;Smart Circlular Bridge&#8220;<\/a>, das den Transfer von der Wissenschaft in die Praxis beschleunigen soll.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9Tom Veeger In keinem anderen Bereich werden so viele Rohstoffe verbraucht, wie in der Bauindustrie. Rund 40-50% Prozent des weltweiten Ressourcenkonsums fallen in diesem Sektor an. 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